Mo. 07.09. 2015

Bee Gees-Sound erobert Burg Hohenstein

geschrieben von Anja Baumgart-Pietsch

BURG-HOHENSTEIN - Ein etwas feuchtes „Night Fever” war die Veranstaltung auf Burg Hohenstein, wo die Macher der Wörsdorfer Scheuer die famose Bee Gees-Tribute-Band am vergangenen Wochenende präsentierten. Wie schon zuvor am Abend mit dem Peter-Gabriel-Cover „Secret World” konnte man sich über ein absolut ausgebuchtes Haus freuen. In der überdachten Naturbühne der Burgruine waren rund 450 Fans restlos von der perfekten Kopie der Gebrüder Gibb begeistert. Fast 40 Jahre umspannt die Karriere der in Australien geborenen Brüder, die bald mit ihrer Familie nach Großbritannien auswanderten.

Ihr Markenzeichen ist der ganz besondere Gesangsstil, perfekt in den Harmonien und mit unverwechselbarem Falsett und Tremolo sofort zu erkennen.

Balladen und Partyknaller

Lange vor der Disco-Ära Ende der 1970er Jahre, die ihnen mit „Stayin Alive” und „Night Fever” wohl die größten Hits bescherte, waren die Bee Gees aber auch schon in den Sechzigern mit Schmachtballaden wie „Massachusetts” und „Words” oder Partyknallern wie „I O I O” erfolgreich. Es folgte später die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Sängerinnen wie Dionne Warwick, Barbra Streisand, Celine Dion, Dolly Parton oder Diana Ross. „Night Fever”, die Coverband, hat sich tief ins Werk der Vorbilder eingearbeitet, springt munter zwischen den Jahrzehnten hin und her, hat viele Hits zu Medleys zusammengefasst und sogar eine Eigenkomposition ins Programm geschmuggelt, „Lost Paradise”, die im Stil genau zu den Gibb-Kompositionen passt.

In Vertretung all der genannten Sängerinnen hatten die Musiker die ganz ausgezeichnete, hochschwangere Interpretin „Cat” , Katrin Glenz aus Frankfurt, dabei, die alle Hits sehr authentisch darbot. Und es ist sowieso ein echtes Phänomen, wie sich hier drei Sänger zusammengefunden haben, die über ein dem Original so ähnliches Stimmmaterial verfügen. Erhaschte man tatsächlich auch mal einen Blick auf die Bühne und nicht nur ins Smartphonedisplay des Vordermanns, konnte man auch optisch eine enorme Nähe zum Vorbild erkennen.

Hochgereckter Daumen

Michael Zai trägt Föhnfrisur wie Barry, Uwe Haselsteiner Hut wie Maurice und Franco Leon als Robin Gibb hat nicht nur die Sonnenbrille auf, sondern das gleiche Gold in der Kehle wie der 2012 verstorbene Gibb-Bruder, von dem er sich auch den hochgereckten Daumen abgeguckt hat. Klasse, wie er die höchsten Töne erklimmt und mit enormer Power über mehrere Takte aushält. Dass der Abend ziemlich verregnet war, ließ die Gäste unter dem Zelt eng zusammenrücken. Das ließ die Stimmung eher noch ansteigen, wie auch der charmant moderierende Michael Zai konstatierte. Kongenial unterstützt von drei weiteren Musikern, lebte hier Rock, Pop und Disco vergangener Tage authentisch auf und machte auch den wenigen Jüngeren im Publikum – darunter eine große Geburtstagsgesellschaft – viel Spaß.