Mo. 15.08. 2016

Tolle Bands, beste Stimmung und geniales Wetter

geschrieben von Hinrich Wulff

FESTIVAL - 3. Ziegelei Open Air als musikalisches Highlight im Usinger Land - Elf Bands an zwei Tagen

NEU-ANSPACH - Zwei Tage ausgezeichnete Musik mit einer Bandbreite von Singer-Songwriter (Andy Sommer, Dead Horse Gap, Uli Oberthür) über Blues-Rock (Jessy Martens Band), Hard-Rock (The New Roses), Ethno-Rock (Besidos), Electronic-Rock (Cosbys) und Country-Rock (ANN DOKA & Band) bis zu Reggae (Marley’s Ghost) und traditioneller Rockmusik mit der „Hessen-Ikone“, den Rodgau Monotones. Dazu noch Samba Libre, eine Trommel-Band, die mit ihren südamerikanischen Rhythmen super zum von der Sonne verwöhnten zweiten Festivaltag passten.

Am ersten Tag eröffnete der Schmittener Andy Sommer den musikalischen Reigen mit Songs von Bob Seeger, Leonard Cohen, Simon & Garfunkel, aber auch Bonnie Raitt und Prince. In klassischer Singer-Songwriter-Manier mit Solo-Gesang mit Gitarre. Der noch überschaubaren Zuschauerzahl gefiel sein mit Blues- und Country-Elementen gespickter Auftritt.

2016 08 12 ziegelei open air jessy martens

Danach wurde es deutlich rockiger. Die Jessy Martens Band aus Hamburg präsentierte ausgezeichneten Blues-Rock aus eigener Feder, aber auch mit Cover-Songs. Frontfrau Jessy Martens überzeugte mit einer grandiosen Stimme und der Auftritt war eines der Highlights des Festivals.

Auf der neu eingerichteten zweiten Bühne durfte dann der Frankfurter Liedermacher Uli Oberthür seine Songs mit Lokalkolorit vor einer kleinen, aber sehr verbundenen Zuhörerschaft zum Besten geben.

The New Roses aus dem Rheingau begeisterten mit ihrem Hard- & Blues-Rock die Zuschauer, die reichlich Zugaben forderten, sodass das Programm ziemlich in Verzug geriet.

2016 08 12 ziegelei open air marleys ghost

Auf der Zweitbühne ging es dann mit „alten“ Scheuer-Gefährten deutlich leiser weiter. Dead Horse Gap, Michael Kahler und Manuel Horne, traten nach vier Jahren Pause erstmals wieder als Gesangs- und Gitarren-Duo auf. Die gut 50 Umstehenden gingen bei ihren 60er/70er-Jahre Rock-Pop Cover-Songs begeistert mit.

Schlusspunkt des ersten Tages war dann, ab kurz vor Mitternacht, eine Reggae-Tanzparty mit Marley’s Ghost. In klassischer Bob Marley-Manier, mit sattem Sound und fetziger Hammond-Orgel, verbreitete die Band sofort gute Laune und brachte alle Zuschauer zum Tanzen.

Ein sehr gelungener erster Tag, auch wenn Veranstalter Achim „Ahmed“ Schmidt sich mehr Besucher gewünscht hätte. Das klappte dann am zweiten Tag, der mit etwa 700 Zuschauern das übliche Ziegelei-Niveau erreichte.

Das Programm ging mit „Ethno-Rock“ los. Die Besidos aus Darmstadt bezeichnen ihre Musik als „European Country“. Den Zuschauern gefiel es sehr gut und sie forderten immerhin drei Zugaben.

Der erste von zwei Auftritten der Trommel-Formation Samba Libre überbrückte dann die Pause bis zum Auftritt von This is Cosby aus München. Zehn Damen und ein Herr mit verschiedenen Schlaginstrumenten verbreiteten als „marching band“ südamerikanisches Flair auf dem Festivalgelände, was ausgezeichnet zum sehr sommerlichen Wetter passte. Ihr Auftritt und Ausmarsch wurde von viel Beifall der Besucher begleitet.

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This is Cosby stehen für Electronic Rock. Mit drei Synthesizern auf der Bühne produzieren sie sphärische Sounds, die aber von knackigen Beats begleitet werden, sodass eine sehr tanzbare Mischung entsteht. Mit Sängerin und Pianistin Marie Kobylka haben sie zudem eine Frontfrau, die mit ihrem leidenschaftlichen Gesang die Zuhörer mitreißt. Ein starker Auftritt mit vielen eigenen Songs.

Dann kam Country-Lady Ann Doka mit Band auf die Hauptbühne. Country-Rock vom Feinsten. Eigenkompositionen, zum Teil im Country-Mekka Nashville, USA, komponiert, in rockiger, sehr tanzbarer Aufmachung, rissen das Publikum direkt mit.

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Die Rodgau Monotones rockten zwei Stunden und verbreiteten eine Riesenstimmung. Ein würdiger Schluss für ein wirklich gelungenes Festival, dass im Usinger Land – und wahrscheinlich auch darüber hinaus – so nicht zu toppen ist.

Um kurz nach Mitternacht startete dann die „Frischluft-Disco“ mit DJ Jochen und die Tanzfläche auf der frei geräumten Hauptbühne war binnen Minuten gut gefüllt.